
Mehr Geschlossenheit der Branche und stärkt die Rolle der Reisebüros
Berlin, 18. März 2026 – Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten mahnt der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros und Reiseunternehmen (VUSR e.V.) ein stringentes, transparentes Krisenmanagement sowie eine klare und differenzierte Kommunikation gegenüber Reisenden an.
Uneinheitliche und teils widersprüchliche Aussagen aus Politik und Institutionen hätten zuletzt eher zur Verunsicherung beigetragen als zur notwendigen Orientierung.
Die VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff unterstreicht die Bedeutung einer präzisen Einordnung von Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen. Nur eine sachliche und verlässliche Kommunikation ermögliche es Reisenden und touristischen Akteuren, fundierte Entscheidungen zu treffen. Rückblickende Schuldzuweisungen gegenüber Urlaubern lehnt der Verband ausdrücklich ab.
„Reisen ist kein leichtfertiges Verhalten, sondern Ausdruck eines legitimen Bedürfnisses nach Erholung – gerade in herausfordernden Zeiten“, so Linnhoff.
Reisebüros als verlässliche Ansprechpartner in unsicheren Zeiten
Gerade in Krisensituationen hebt der VUSR e.V. die zentrale Rolle der stationären Reisebüros und Reiseberater hervor. Kunden und Verbraucher sollten bewusst den persönlichen Kontakt suchen, um sich umfassend beraten zu lassen.
„Das Reisebüro bietet in unsicheren Zeiten einen entscheidenden Mehrwert: Im persönlichen Gespräch können individuelle Fragen geklärt, Risiken realistisch eingeordnet und Sicherheit vermittelt werden. Diese Qualität ist durch digitale Informationsquellen allein nicht zu ersetzen“, betont Linnhoff.
Fehlende Positionierung zentraler Branchenakteure
Kritisch sieht der VUSR e.V. zudem die derzeitige Rolle zentraler Branchenorganisationen. Sowohl der Deutsche Reiseverband (DRV) als auch der BTW – der Bundesverband der Tourismuswirtschaft als Dachverband der Branche – würden aktuell eher durch Zurückhaltung als durch klare, richtungsweisende Statements auffallen.
„Gerade jetzt braucht die Branche Orientierung, Haltung und sichtbare Interessenvertretung. Dieses Vakuum ist spürbar“, so Linnhoff weiter.
Solidarität mit Destinationen gefordert
Der VUSR e.V. appelliert in diesem Zusammenhang auch an Reiseveranstalter und weitere Marktteilnehmer, ihre Rolle kritisch zu reflektieren. Es stelle sich zunehmend die Frage, wer die Interessen der Branche – und insbesondere der Destinationen – in Krisenzeiten aktiv vertrete.
„Destinationen sind tragende Säulen unseres Geschäftsmodells. Über Jahre hinweg wurden Mittel für Veranstaltungen, Kooperationen und Vertriebsaktivitäten selbstverständlich in Anspruch genommen. Jetzt ist der Moment, in dem Solidarität nicht nur eingefordert, sondern auch gelebt werden muss.“
Insbesondere für wichtige Zielgebiete wie die Türkei und Ägypten sei es entscheidend, dass Branche und Partner geschlossen auftreten und diese aktiv unterstützen – kommunikativ wie wirtschaftlich.
Sicherheit und Vertrauen stärken
Der VUSR betont, dass viele etablierte Urlaubsdestinationen weiterhin stabile und sichere Reisebedingungen bieten. „Nach unserer Einschätzung können sich insbesondere Türkeiurlauber in den kommenden Monaten auf einen sicheren Urlaub verlassen“, erklärt Linnhoff.
Abschließend appelliert der Linnhoff mit Nachdruck an die gesamte Branche, jetzt tatsächlich geschlossen aufzutreten: „Die Zeit bloßer Lippenbekenntnisse ist vorbei. Eine Fassade der Geschlossenheit reicht nicht aus – sie muss endlich echter, gelebter Realität weichen. Es braucht ein authentisches, gemeinsames Handeln aller Akteure, um Vertrauen nachhaltig zu sichern und die Branche stabil durch diese Phase zu führen.“

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