Kategorien-Archiv Pressemitteilungen

VonVerband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V.

Proteste gegen Tourismus: Branche muss Akzeptanz fördern


Linnhoff: Pauschalreisen als Schlüssel zu nachhaltigem und akzeptiertem Tourismus

Angesichts der anhaltenden Proteste gegen Tourismus in einigen Destination hat der Bundeverband der Reisebüros (VUSR) die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Akzeptanz in der Tourismusbranche betont. Verbandschefin Linnhoff fordert eine gemeinsame Diskussion darüber, wie Tourismus positiver gestaltet werden kann. Die Art und Weise, wie Tourismus betrieben werde, sei entscheidend für die Akzeptanz vor Ort. Die Pauschalreise sei aus ihrer Sicht eine der akzeptiertesten Reiseformen auch in den Destinationen. Sie schaffe Arbeit, Wertschöpfung und sorge nicht für Konkurrenz auf den lokalen Wohnungsmärkten.

„Die Akzeptanz von Tourismus hängt stark von den vorherrschenden Urlaubsformen und dem Umgang mit den Menschen vor Ort ab“, erklärt Linnhoff. „Pauschalreisen sind eine Reiseform, die bestimmte negative Auswüchse vermeiden kann. Sie tragen dazu bei, dass der Wohnraum der Einheimischen nicht übermäßig beansprucht wird und schaffen gleichzeitig Arbeit und Wertschöpfung vor Ort.“ Linnhoff fordert die gesamte Branche auf, die Debatte ernst zu nehmen und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man auf die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen in den Destinationen eingehen kann. „Es ist zumindest an einigen Stellen nachvollziehbar, dass Einheimische ein Störgefühl haben, wenn der Tourismus den Wohnraum so verteuert, dass diejenigen, die in Restaurants und Hotels arbeiten, sich keine Wohnungen mehr leisten können. Und es gibt ja auch noch Menschen, die nicht im Tourismus arbeiten, aber von ihm tangiert sind. Wir müssen sicherstellen, dass der Tourismus vor Ort akzeptiert wird, um den Reisenden ein tolles Urlaubserlebnis zu ermöglichen. Die Masse hat sicher nichts gegen Tourismus, aber partiell etwas gegen Fehlentwicklungen.“

Der VUSR sieht die Pauschalreise als die Möglichkeit, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Durch diese Reiseform wird nicht nur Wohnraum geschont, sondern auch die lokale Wirtschaft durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Generierung von Wertschöpfung unterstützt. Die Beratung im Reisebüro spielt für Linnhoff dabei eine wichtige Rolle: „Gute Beratung bei der Buchung kann das eine oder andere Problem schon im Vorfeld lösen oder dafür sensibilisieren. Das Reisebüro spielt da in der Zukunft eine noch wichtigere Rolle. Wichtig ist, dass die Menschen vor Ort Tourismus nicht nur tolerieren, sondern auch mögen. Es liegt auch an uns, dafür etwas zu tun.“, so Linnhoff weiter.

Linnhoff betont die Notwendigkeit einer intensiven Debatte in der Branche: „Aussitzen wird nicht funktionieren und wir können uns auch keine dauerhafte Negativdebatte leisten. Wir müssen gemeinsam mit lokalen Akteuren Konzepte in den Vordergrund stellen, die sowohl den Tourismus als auch das tägliche Leben der Einheimischen respektieren und fördern“, fordert Linnhoff. „Denn nur durch einen Dialog kann man Lösungen finden“.

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VUSR fordert Transparenz über Finanzierung des Deutschen Reisesicherungsfonds nach FTI-Insolvenz


Linnhoff: Geschäftsbericht und Finanzierungsplan sollten nach FTI-Insolvenz offengelegt werden

Der Bundesverband der Reisebüros VUSR sieht nach der Insolvenz von FTI und der ersten Phase der Bewältigung die dringende Notwendigkeit, Transparenz über die aktuelle Finanzierung des Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) zu schaffen. Der DRSF sei jetzt in der Pflicht, seinen aktuellen Status zu offenbaren, damit sich sowohl die Branche als auch die Politik ein umfassendes Bild über eventuell notwendige Anpassungen machen können. Nach Informationen des VUSR seien die gesetzlich festgelegten Geschäftsberichte für die vergangenen beiden Jahre noch nicht zugänglich. Vor dem Hintergrund der FTI-Insolvenz, der den Fonds stark belasten dürfte, sei es aber notwendig hier zeitnah für einen belastbaren Überblick zu sorgen.

Laut § 20 des Reisesicherungsfondsgesetz (RSG) sei der DRSF verpflichtet, der Aufsichtsbehörde spätestens zum 30. März eines jeden Jahres einen Geschäftsbericht für das vorangegangene Kalenderjahr sowie einen Finanzierungsplan für das laufende Kalenderjahr und den Zeitraum bis zur Vorlage des nächsten Finanzierungsplans vorzulegen. Diese Berichte sollen Angaben zur Tätigkeit des Reisesicherungsfonds, zur Entwicklung des Vermögens und zur Berechnung des Zielkapitals enthalten. Da der DRSF als GmbH firmiert und das Bundesministerium der Justiz (BMJ) die Aufsichtsbehörde ist, müsste die Bilanz im Bundesanzeiger bzw. bei der Aufsichtsbehörde vorliegen. Weder für das Jahr 2022, dessen Abschluss am 31.03.2023 fällig war, noch für das Jahr 2023, dessen Abschluss am 31.03.2024 fällig war, sei dies dem Vernehmen nach bisher geschehen.

„Für das Vertrauen der Branche ist es sehr wichtig, zu wissen, wie der DRSF aufgestellt ist und wie er wirtschaftet. Insbesondere die Kosten, die die FTI-Insolvenz den Einzahlern verursachen wird, sind von großem Interesse,“ erklärt Marija Linnhoff, Vorsitzende des VUSR. „Deshalb müssen Aufsichtsbehörde und Fonds für Transparenz sorgen und die notwendigen Berichte zeitnah zur Verfügung stellen. Sollten die Berichte bei der Behörde vorliegen, wäre nicht nur deren Veröffentlichung aufschlussreich, sondern es wäre auch wichtig, ein Statusupdate für die Zeit nach der FTI-Insolvenz zu bekommen und nicht bis zum Ende der nächsten Berichtsperiode zu warten.“

Die Offenlegung dieser Informationen sei entscheidend, um Vertrauen zu schaffen und sicherzustellen, dass alle Akteure der Branche über die finanziellen Grundlagen und Entwicklungen des DRSF informiert sind. Eine transparente Kommunikation seitens des DRSF und der Aufsichtsbehörde sei unerlässlich, um Vertrauen in die Stabilität und die wirtschaftliche Verantwortung des Fonds zu gewährleisten, so Verbandschefin Linnhoff.

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VUSR wehrt sich gegen Vorwürfe: Verbände sollten ihre eigene Verantwortung hinterfragen


Linnhoff: Angriffe gegen VUSR sind untauglicher Versuch, von eigenen Versäumnissen abzulenken

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Reisebüros (VUSR), Marija Linnhoff, weist entschieden die anhaltenden Kampagnen, insbesondere des Verbandes Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) und seines Vorsitzenden Michael Buller, zurück, der VUSR habe den Ausschlag für die FTI-Insolvenz gegeben. Linnhoff betont, dass der Reisebüroverband und seine Vorsitzende lediglich ihre Arbeit gemacht und kritische Fragen gestellt haben, um Ungemach von Reisebüros und Kunden abzuwenden. Dass die Konzernstruktur und das Geschäftsmodell von FTI angeblich diesen kritischen Fragen nicht standhalten konnten sei Geschichtsklitterung und der untaugliche Versuch eigene Verantwortung abzustreifen.

Linnhoff erklärt: „Es ist problematisch, dass diejenigen, die mit dem Finger auf den VUSR zeigen, offensichtlich ein problematisches Geschäftsgebaren wider besseres Wissen gedeckt haben. Anders kann man Aussagen, man habe selbst Bilanzen lesen können, nicht deuten. Wenn man sich das anschaut, kann man zum Schluss kommen, dass hier zum Nachteil der Kunden, des Vertriebs und letztlich zulasten des Deutschen Reisesicherungsfonds gehandelt wurde. Diese Verbände haben den DRSF sehenden Auges in die Situation gebracht, für das offenbar bekannte und langanhaltende Missmanagement den Preis zu bezahlen.“

Sie fügt hinzu: „Wenn der kleine VUSR es vermocht hätte, den drittgrößten Reisekonzern mit fünf öffentlichen Nachfragen zu Fall zu bringen, wäre das ein großes Wunder. Vielmehr nutzen die Verbände, die offenbar seit langem von der Schieflage wussten, jetzt das Ventil VUSR, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Der VUSR hat seine Arbeit gemacht und seine Mitglieder geschützt, während andere ihre Mitglieder und Beitragszahler offenbar nicht über ihren eigenen Wissensstand informiert haben und ihnen damit mutmaßlich geschadet haben. Die Angriffe gegen uns sind nicht mehr als der untaugliche Versuch, von eigenen Versäumnissen abzulenken.“

Besonders schwer wiegt für Linnhoff, dass die besagten Verbände als Gesellschafter des DRSF, die Pflicht gehabt hätten, bei FTI genau hinzuschauen. Stattdessen hätten sie erkennbar nach dem Prinzip Hoffnung gehandelt und die Einlagen der unbescholtenen Zahler des Fonds in Gefahr gebracht. Linnhoff bezieht sich auf ein Video von VIR-Chef Buller: „In dem Video wird ja zunächst der VUSR kritisiert, um dann einzuräumen, dass der VUSR von Beginn an Recht hatte. Natürlich könne man Bilanzen lesen und war sich der finanziellen Situation von FTI bewusst. Der eigentliche Witz an der ganzen Story ist, dass der VIR noch extremes Glück hat, dass FTI es nicht mehr über den Sommerstart hinweg geschafft hat. Der Schaden wäre dann erheblich höher ausgefallen. Die ziemlich vielen Fehler und die niedrigen Veranstaltermargen waren schließlich auch bekannt. Der VUSR hat seine Arbeit gemacht und seine Mitglieder geschützt, während andere offensichtlich versagt haben.“

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VUSR: Absicherung von Reisenden muss weiterentwickelt werden


Linnhoff: Trotz Reisesicherungsfonds werden tausende auf Schaden sitzen bleiben

Der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) hat die Branche im Zusammenhang mit der Absage aller FTI-Reisen aufgerufen, sich endlich ehrlich zu machen. Wer Vertrauen wiederherstellen wolle, müsse die Problematik, der nicht versicherten Einzelleistungen angehen. Denn trotz der Absicherung durch den Deutschen Reisesicherungsfonds würde die FTI-Insolvenz nicht nur tausende enttäuschte Reisende zurücklassen, die um ihren Urlaub gebracht wurden, sondern auch tausende Gläubiger, die durch Bausteine und Einzelleistungen einen finanziellen Schaden erlitten hätten, der am Ende negativ auf das Konto der ganzen Tourismuswirtschaft einzahle. Eine ungeschminkte Bilanz im Vorfeld hätte dies vermeiden können, so die Vorsitzende Marija Linnhoff.

Die Verbandschefin sagte: „Wenn man ehrlich Bilanz zieht, weiß man, dass viele Verbände, die jetzt die Entscheidung zur Absage der FTI-Reisen begrüßen, weil das richtigerweise den Weg zum Ausgleich durch den Reisesicherungsfonds (DRSF) freimacht, sich nach wie vor gegen die Absicherung von Einzelleistungen stemmen. Das Geschäftsmodell von FTI war auch stark auf Bausteine und Einzelleistungen ausgelegt. Deshalb müssen jetzt viele Menschen finanziell draufzahlen, auch wenn die jetzt schön in der Berichterstattung unter den Tisch fallen. Deshalb wäre jetzt der Zeitpunkt, um auch hier einen Neustart hinzulegen. Zum einen mehr Ehrlichkeit und zum anderen eine Absicherung der Einzelleistungen, wie auch immer gestaltet.“

Der VUSR kritisiert erneut die Beschwichtigung durch viele Verbände in der Vergangenheit. „Tausende Reisende haben sich durch die öffentlichen Beteuerungen vieler regelrecht auf das Glatteis führen lassen und trotz vieler Warnzeichen bei FTI gebucht. Wenn man gewollt und hingeschaut hätte, wäre das Ausfallrisiko erkennbar gewesen. Die Branche muss sich ehrlich machen und anerkennen, dass man das Risiko für viele Reisende hätte reduzieren können, wenn man die Warnsignale gehört und nicht ignoriert hätte. Das wäre auch die Aufgabe der Interessenverbände gewesen. Viele haben jedoch die Augen vor den Risiken verschlossen und einfach weitergemacht.“ Ein ehrlicherer Umgang der Branche vor der Insolvenz hätte nicht nur tausende Reisende geschützt, sondern möglicherweise FTI eine ehrliche Chance zum Neuanfang gegeben.

Darüber hinaus stellt der VUSR die Frage, warum diese Verbände auch die Absicherung der Provisionen bei Reisebüros nicht unterstützt haben. „Alle sind Gesellschafter im DRSF und haben sich geweigert, Reisebürovertreter als Gesellschafter und/oder als Beiratsmitglieder aufzunehmen“, so Linnhoff abschließend.

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VUSR: FTI-Insolvenz starkes Argument für Absicherung von Einzelleistungen


Linnhoff: Nicht-Absicherung zementiert unfairen Wettbewerbsvorteil der Bausteine

Der Bundesverband der Reisebüros VUSR hat angesichts der FTI-Insolvenz seine Forderung nach einer konsequenten Absicherung der Einzelleistungen erneuert. Die Insolvenz des Reiseveranstalters habe den Wert der Pauschalreise als Instrument des Verbraucherschutzes mehr als deutlich gemacht. Durch die Regulierung und die Absicherung hätten Kunden einen hohen Schutz, der allerdings aber auch bezahlt werden müsse. Wieder einmal habe die Pauschalreise dafür gesorgt, dass für viele Endverbraucher zumindest der finanzielle Schaden ausgeglichen werden kann. Die jetzt diskutierte Pauschalreiserichtlinie zementiere aber gleichzeitig mit den Ausweichmöglichkeiten in Einzelleistungen einen unfairen Wettbewerbsvorteil und öffne in Zeiten knapper Budgets bei den Kunden den Weg zur Abwanderung in ein schlecht abgesichertes Produkt.

Verbandschefin Marija Linnhoff sieht massiven Handlungsbedarf: „Für die Menschen, die jetzt von der FTI-Insolvenz betroffen sind, ist die Absicherung ein Segen. Verbrauchersicherheit ist nicht nur ein extrem wichtiges Thema für die Kunden, sie ist auch ein Alleinstellungsmerkmal für unsere qualitativ hochwertigen Reiseveranstalter und die Reisebüros. Damit sich einige in der Branche keinen schlanken Fuß machen können, brauchen wir deshalb oberhalb einer Grenze von 500 Euro pro Einzelleistung eine verpflichtende Absicherung des Reisepreises. Dass die EU-Kommission in der Pauschalreiserichtlinie die Absicherung der Einzelleistungen nicht in Angriff nimmt, ist ein großer Fehler.“

Die zurecht gut abgesicherte Pauschalreise stehe damit in schwierigen Zeiten in einem völlig unfairen Wettbewerb mit einzelnen Bausteinen, die über keine Absicherung verfügen. Das sei im Hinblick auf den Verbraucherschutz schlecht und natürlich auch im Hinblick auf die Existenzfähigkeit der Reisebüros und der Veranstalter, die auf die verbraucherfreundliche Pauschalreise spezialisiert sind.

Linnhoff sieht auch die Veranstalter in der Pflicht, sich für die Absicherung der Einzelleistungen einzusetzen: „Wir sollten die Pauschalreise mit all ihren Vorteilen stärker machen. Die Veranstalter wären gut beraten, da deutlich Flagge zu zeigen, im Interesse der Reisenden, ihrer Produkte und des Vertriebs. Am Ende geht die fehlende Absicherung aber auch zu Lasten der Veranstalter. Viele Reisebüros fragen zurecht, warum sie Einzelleistungen noch über Veranstalter buchen sollten, wenn sie sie -ebenso unabgesichert- im Netz buchen könnten.“

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FTI-Insolvenz: Reisebüros müssen Lehren aus FTI-Insolvenz ziehen

 

Linnhoff: Ein vorhersehbares Drama und ein Weckruf für die Branche

Der Bundesverband der Reisebüros (VUSR) will eine konsequente Aufarbeitung der FTI-Insolvenz. Ziel müsse die Vermeidung solcher Großinsolvenzen bzw. die massive Reduzierung der Auswirkungen sein. Die Reisebüros seien neben den Beschäftigten und den Reisenden die Hauptleidtragenden. Deshalb müsse man nun nach der zweiten Insolvenz diesen Ausmaßes in fünf Jahren die richtigen Schlüsse ziehen. Der VUSR bezeichnete die FTI-Insolvenz als „Drama mit Ansage“. Der Verband sieht erhebliche Versäumnisse der Unternehmensführung aber auch der Branche bei der Datenaffäre und angekündigten Übernahme durch den Finanzinvestor Certares. Nach der Lösung der schwerwiegendsten Adhoc-Probleme müsse es eine tiefgreifende Aufarbeitung der Vorgänge geben.

Die Insolvenz von FTI war nach Einschätzung des VUSR seit längerem eine realistische Option. Schon lange vor der Pleite gab es viele Fragezeichen, die man eigentlich nicht ignorieren konnte. Kritische Nachfragen und Transparenz hätten nach Thomas Cook in der Branche schon längst Standard sein müssen, um zu wissen, was den Kunden angeboten wird und was nicht. „Diese Insolvenz ist nicht nur das Versagen des Managements und des Kreises drumherum, sondern zeigt deutlich die systemischen Probleme in der Tourismusbranche. Reisebüros als kundennächstes Glied der Kette müssen nun aus diesem Desaster lernen und selbstbewusst gegenüber den Veranstaltern auftreten. Wir sollten uns nicht mehr mit halbgaren Informationen und schönen Stories hinhalten lassen. Da haben viele gezielt die Augen vor der Realität verschlossen. Dafür zahlen jetzt viele, gerade kleine Reisebüros, wieder einen hohen Preis.“, erklärt Marija Linnhoff, Vorsitzende des VUSR.

Besonders kritisch sieht der Verband die Tatsache, dass der Finanzinvestor Certares die Übernahme von FTI nicht bei den Kartellbehörden angemeldet hat. Dies werfe massive Fragen auf und deute darauf hin, dass das Interesse am erfolgreichen Abschluss der Übernahme nicht groß war. „Möglicherweise wurden hier Reisebüros, Kunden und die Öffentlichkeit gezielt getäuscht. Im Rahmen der Aufklärung muss geklärt werden, wer das mit welchem Ziel zu verantworten hatte. Auch strafrechtliche Prüfungen sollten in Erwägung gezogen werden. Warum haben das so wenige Menschen hinterfragt? Wieso haben so viele die Warnzeichen nicht zur Kenntnis nehmen wollen?“, so Linnhoff.

Die Auswirkungen der Insolvenz auf Reisebüros, die stark auf FTI als Partner gesetzt hatten, seien erheblich. Mehrarbeit, Kundenfrust und ausfallende Provisionen belasteten die Büros jetzt erneut massiv. „Wir sind froh, dass wir unsere Mitglieder frühzeitig sensibilisiert haben. Viele Büros waren bereits im Vorfeld kritisch, wenn Kunden nach FTI-Produkten fragten. Jetzt muss der Insolvenzverwalter das offensichtliche Chaos sortieren, und wir müssen schauen, was für die Reisebüros zu retten ist. Wichtig ist, dass sie ihre Ansprüche geltend machen und in der Folge genau hinschauen, welche Veranstalter sind transparent, offen und ehrlich mit ihnen.“, fügt Linnhoff hinzu.

Der VUSR appelliert an alle Beteiligten der Tourismusbranche, aus der Insolvenz von FTI Lehren zu ziehen und die Beziehungen zwischen Veranstaltern und Vertrieb auf eine neue, gleichberechtigte Grundlage zu stellen. „Es ist an der Zeit, dass der Vertrieb seine Rolle als unentgeltlicher Troubleshooter hinter sich lässt und als gleichwertiger Partner agiert.“, schließt Linnhoff.

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Informationen zur FTI-Inslovenz


Es hat sich schon länger abgezeichnet, doch jetzt ist es bittere Realität. Der Münchner Veranstalter FTI ist insolvent. Wir verstehen, dass aktuell viele Fragen von Reisenden auftauchen. Unserer Justiziar Roosbeh Karimi hat daher eine Seite für weitere Informationen eingerichtet:

fti-ist-insolvent-was-urlauber-jetzt-wissen-muessen

 

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FTI: VUSR sieht Ungleichbehandlung durch die Bundesregierung

 

Linnhoff warnt vor massiven Eingriffen in den Markt durch die Politik – Schuldenschnitt gefährdet den Wettbewerb
 
Der Bundesverband der Reisebüros (VUSR) äußert scharfe Kritik am mutmaßlichen Schuldenschnitt für den amerikanischen Finanzinvestor Certares. Der Reisebüroverband sieht hierin einen massiven Eingriff in den Markt durch die Politik. Nach Ansicht der VUSR-Vorsitzenden Marija Linnhoff wird das Wettbewerbsrecht durch diese Transaktion konterkariert, da die Regierung ohne Not eingreife. Andere Player hätten ihre Schulden aus der Corona-Zeit unter hohem Druck zurückgeführt, andere seien noch dabei. So auch viele mittelständische Reisebüros. Während diese Marktteilnehmer auf ihren Schulden sitzen blieben, werde ein amerikanischer Finanzinvestor entschuldet auf Kosten der Steuerzahler.
 
„Für einen einzigen Euro wurde FTI verkauft, und die Gegenleistung besteht u.a. aus einer prall gefüllten Milliardenkasse, bestehend aus den eingehenden Restzahlungen der Kunden, sowie einem prozentualen Schuldenerlass,“ kritisiert Reisebüro-Verbandschefin Linnhoff. „Gleichzeitig wird eine Task Force gebildet, die u.a. mit Hoteliers in den Destinationen verhandeln soll. Warum? Es ist doch jetzt genug Geld da, um die offenen Rechnungen zu begleichen, auch ohne Investoreneinlagen. Das hat mindestens ein problematisches „Geschmäckle“, für uns riecht das allerdings schon sehr streng.“
 
Nach Einschätzung des VUSR könnte sich eine mögliche Zweckentfremdung der Kundengelder bereits im September/Oktober bemerkbar machen, sollte kein neues Kapital nachfließen. „Die Bundesregierung greift hier ohne Not massiv in den Markt ein und gefährdet so das Wettbewerbsrecht,“ so Linnhoff weiter. Finanzminister Lindner sei blauäugig unterwegs und bringe viele Player in der Branche gegen sich auf: „Alle, die gut gewirtschaftet haben, schauen jetzt in die Röhre und der FTI-Freundeskreis lacht sich schlapp. Der Wettbewerb zahlt seine Schulden schön zurück, während die Schulden von FTI sang und klanglos vom Steuerzahler bezahlt werden.“
 
Linnhoff fordert faire Wettbewerbsbedingungen: „Glaubt denn wirklich jemand, dass Lufthansa, TUI, Rewe, SLR, ALL u.v.a. so auch die Reisebüros, sich das von der Bundesregierung bieten lassen? Lufthansa und TUI mussten ihre Aktionäre schröpfen, um die Verbindlichkeiten abzubauen. REWE als Genossenschaft musste Dertouristik unterstützen, und SLR und ALL mussten ihre Rücklagen einsetzen. Reisebüros mussten Rücklagen opfern oder Kredite aufnehmen. Der Besitzer von FTI hingegen profitiert.“ Die Verbandschefin fügt hinzu: „An alle, die jetzt auf uns rumhacken, wir werden am Ende sehen, wer Recht behalten hat. Die Reaktionen vieler Wettbewerber deuten darauf hin, dass wir es sein werden, leider.“
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Offene Fragen zu FTI: VUSR-Mitglieder wollen Transparenz


Marija Linnhoff: Die Probleme klein zu schweigen, ist keine Lösung
 
Die Mitglieder des Bundesverbandes der deutschen Reisebüros VUSR wollen weiter Transparenz zu den offenen Fragen im Zusammenhang mit der Übernahme der FTI durch ein Konsortium unter Führung des Investmentfonds Certares. Ohne eine erkennbare Strategie sei die Zukunft des Reiseveranstalters FTI weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Trotz zahlreicher Appelle bleibe die Lage aber weiter unklar. Der VUSR zeigt sich weiterhin von seiner Linie überzeugt, dass das Stellen kritischer Fragen essentiell ist, um die Krise nicht zu verschärfen.
 
„In einer Zeit, in der die Branche Stabilität mehr denn je benötigt, ist es unser Recht und unsere Pflicht, die drängenden Fragen zu stellen“, betonte VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff. Die Kritik einiger Branchenvertreter, die den Verband für seine Nachfragen kritisieren, weist sie entschieden zurück. „Wer uns für unser Nachhaken kritisiert, sollte mal darüber nachdenken, ob die Nichtbeantwortung dieser Fragen am Ende möglicherweise nicht für alle schädlicher ist. Wenn auf uns mit dem Finger gezeigt wird, zeigen drei Finger zurück auf diejenigen, die sich der Realität nicht stellen wollen.“, fügte sie hinzu.
 
Die digitale Befragung bzw. der Austausch der ordentlichen Mitglieder des VUSR hat deshalb bereits am Sonntag, den 21.04.2024, einstimmig den eingeschlagenen Weg als richtig befunden. Tenor: Ohne weitergehende Informationen, etwa zum Umgang mit den Schulden, werde es schwierig neues Vertrauen zu fassen. Linnhoff zeigt sich deshalb weiterhin unnachgiebig: „Wir müssen als Interessenvertreter des Vertriebes und auch der Kunden den Finger in die Wunde legen. Das geht doch gar nicht anders, ohne dass wir uns unglaubwürdig machen. Die Fragezeichen sind nach dem 1-Euro-Deal nicht weniger geworden. So ist auch der potentielle Verkauf der Verbindlichkeiten aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) seitens der Bundesregierung zum „Marktpreis“ kein Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit von Certares. „Wir lassen uns von nichts und niemandem unter Druck setzen, unsere legitimen Fragen zu unterlassen. Das ist im Interesse der Branche und der Kunden.“, erklärte Linnhoff.
 
Der VUSR bleibt bei seiner Forderung, dass FTI einen offenen Dialog führt und transparente Informationen liefert. „Probleme verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert.“, warnt Linnhoff. „Vollständige Transparenz ist das Mindeste, was unsere Reisebüros und deren Kunden verdienen.“ Marija Linnhoff dankte den Mitgliedern für ihr Vertrauen und betont die Wichtigkeit des fortgesetzten Nachbohrens: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hartnäckiges Fragen zum Erfolg führen kann. Das ist der Weg, den wir weiterhin beschreiten werden.“
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Hand- und Aufgabegepäck: VUSR fordert klare Informations-Regeln

 

Linnhoff: Wirrwarr bei Handgepäckregeln verursacht hohe Mehrarbeit bei den Reisebüros
 
Der Bundesverband der Reisebüros VUSR möchte klare Regeln für Informationen zum Handgepäck bei Flugreisen. Die Handhabung von Handgepäck auf Flugreisen stelle für viele Reisende ein wiederkehrendes Problem dar, besonders im Hinblick auf die uneinheitlichen Vorgaben zu Größe, Gewicht und Anzahl der Gepäckstücke. Die Beschaffung der jeweils geltenden Regelungen bleibe allzu häufig unbezahlt an den Reisebüros hängen. Der VUSR fordert deshalb eine klare Regelung der Informationspflichten im Rahmen der Pauschalreiserichtlinie. Ziel sei es, die Zuständigkeit für die Mitteilung dieser Bestimmungen -wie beim Aufgabegepäck- eindeutig den Veranstaltern zuzuordnen.
 
Marija Linnhoff, Vorsitzende des VUSR, erklärt dazu: „Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortung klar geregelt wird. Die Reisebüros gehen neben ihren zahlreichen originären Aufgaben teilweise wirklich unter in Anfragen zu den Handgepäckbestimmungen. Wir wollen aber nicht länger unentgeltliche die ureigensten Aufgaben der Veranstalter übernehmen. Mit einer eindeutigen Zuweisung der Informationspflicht an die Veranstalter, vergleichbar mit der Regelung zum Aufgabegepäck, könnten viele Unklarheiten und zusätzliche Belastungen für den Reisevertrieb vermieden werden.“
 
Die momentane Situation sorge nicht nur für Verwirrung bei den Kunden, sondern belaste auch die Arbeitsprozesse der Reisebüros erheblich. Jedes Gepäckstück, das wegen Abweichungen von den vorgegebenen Maßen am Flughafen zu Problemen führt, erzeuge vielfach zusätzliche Kosten und Unzufriedenheit bei den Reisenden. „Die Gefahr, dass Kunden aus Unwissenheit beim Check-in zusätzlich bezahlen müssen, ist groß. Dies führt zu Frustration und schadet dem Vertrauen in die gesamte Branche“, so Linnhoff weiter.
 
Der VUSR setzt sich dafür ein, dass in den Reiseunterlagen klar definierte Angaben zum Handgepäck gemacht werden. Gleiches gilt in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch für das Aufgabe-Gepäck. Kunden sollen nicht nur über das zulässige Format und Gewicht ihres Handgepäcks informiert werden, sondern auch darüber, wo sie diese Informationen gegebenenfalls selbst nachprüfen können. „Eine klare, von den Veranstaltern kommunizierte Richtlinie würde sowohl den Reisebüros als auch den Endverbrauchern zugutekommen. Es ist doch nicht nachvollziehbar, dass entweder unsere Mitarbeiter oder die Reisenden die Last tragen, die Bestimmungen jedes einzelnen Leistungsträgers zu recherchieren, die er auch ganz simpel bekanntgeben kann. Wir brauchen da eine schnelle und transparente Lösung, die das Vertrauen in unsere Dienstleistungen stärkt. Reisende und Vertrieb werden es danken.“, betont Linnhoff.