FTI: VUSR sieht Ungleichbehandlung durch die Bundesregierung

VonVerband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V.

FTI: VUSR sieht Ungleichbehandlung durch die Bundesregierung

 

Linnhoff warnt vor massiven Eingriffen in den Markt durch die Politik – Schuldenschnitt gefährdet den Wettbewerb
 
Der Bundesverband der Reisebüros (VUSR) äußert scharfe Kritik am mutmaßlichen Schuldenschnitt für den amerikanischen Finanzinvestor Certares. Der Reisebüroverband sieht hierin einen massiven Eingriff in den Markt durch die Politik. Nach Ansicht der VUSR-Vorsitzenden Marija Linnhoff wird das Wettbewerbsrecht durch diese Transaktion konterkariert, da die Regierung ohne Not eingreife. Andere Player hätten ihre Schulden aus der Corona-Zeit unter hohem Druck zurückgeführt, andere seien noch dabei. So auch viele mittelständische Reisebüros. Während diese Marktteilnehmer auf ihren Schulden sitzen blieben, werde ein amerikanischer Finanzinvestor entschuldet auf Kosten der Steuerzahler.
 
„Für einen einzigen Euro wurde FTI verkauft, und die Gegenleistung besteht u.a. aus einer prall gefüllten Milliardenkasse, bestehend aus den eingehenden Restzahlungen der Kunden, sowie einem prozentualen Schuldenerlass,“ kritisiert Reisebüro-Verbandschefin Linnhoff. „Gleichzeitig wird eine Task Force gebildet, die u.a. mit Hoteliers in den Destinationen verhandeln soll. Warum? Es ist doch jetzt genug Geld da, um die offenen Rechnungen zu begleichen, auch ohne Investoreneinlagen. Das hat mindestens ein problematisches „Geschmäckle“, für uns riecht das allerdings schon sehr streng.“
 
Nach Einschätzung des VUSR könnte sich eine mögliche Zweckentfremdung der Kundengelder bereits im September/Oktober bemerkbar machen, sollte kein neues Kapital nachfließen. „Die Bundesregierung greift hier ohne Not massiv in den Markt ein und gefährdet so das Wettbewerbsrecht,“ so Linnhoff weiter. Finanzminister Lindner sei blauäugig unterwegs und bringe viele Player in der Branche gegen sich auf: „Alle, die gut gewirtschaftet haben, schauen jetzt in die Röhre und der FTI-Freundeskreis lacht sich schlapp. Der Wettbewerb zahlt seine Schulden schön zurück, während die Schulden von FTI sang und klanglos vom Steuerzahler bezahlt werden.“
 
Linnhoff fordert faire Wettbewerbsbedingungen: „Glaubt denn wirklich jemand, dass Lufthansa, TUI, Rewe, SLR, ALL u.v.a. so auch die Reisebüros, sich das von der Bundesregierung bieten lassen? Lufthansa und TUI mussten ihre Aktionäre schröpfen, um die Verbindlichkeiten abzubauen. REWE als Genossenschaft musste Dertouristik unterstützen, und SLR und ALL mussten ihre Rücklagen einsetzen. Reisebüros mussten Rücklagen opfern oder Kredite aufnehmen. Der Besitzer von FTI hingegen profitiert.“ Die Verbandschefin fügt hinzu: „An alle, die jetzt auf uns rumhacken, wir werden am Ende sehen, wer Recht behalten hat. Die Reaktionen vieler Wettbewerber deuten darauf hin, dass wir es sein werden, leider.“

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