VUSR: Absicherung von Reisenden muss weiterentwickelt werden

VonVerband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V.

VUSR: Absicherung von Reisenden muss weiterentwickelt werden


Linnhoff: Trotz Reisesicherungsfonds werden tausende auf Schaden sitzen bleiben

Der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) hat die Branche im Zusammenhang mit der Absage aller FTI-Reisen aufgerufen, sich endlich ehrlich zu machen. Wer Vertrauen wiederherstellen wolle, müsse die Problematik, der nicht versicherten Einzelleistungen angehen. Denn trotz der Absicherung durch den Deutschen Reisesicherungsfonds würde die FTI-Insolvenz nicht nur tausende enttäuschte Reisende zurücklassen, die um ihren Urlaub gebracht wurden, sondern auch tausende Gläubiger, die durch Bausteine und Einzelleistungen einen finanziellen Schaden erlitten hätten, der am Ende negativ auf das Konto der ganzen Tourismuswirtschaft einzahle. Eine ungeschminkte Bilanz im Vorfeld hätte dies vermeiden können, so die Vorsitzende Marija Linnhoff.

Die Verbandschefin sagte: „Wenn man ehrlich Bilanz zieht, weiß man, dass viele Verbände, die jetzt die Entscheidung zur Absage der FTI-Reisen begrüßen, weil das richtigerweise den Weg zum Ausgleich durch den Reisesicherungsfonds (DRSF) freimacht, sich nach wie vor gegen die Absicherung von Einzelleistungen stemmen. Das Geschäftsmodell von FTI war auch stark auf Bausteine und Einzelleistungen ausgelegt. Deshalb müssen jetzt viele Menschen finanziell draufzahlen, auch wenn die jetzt schön in der Berichterstattung unter den Tisch fallen. Deshalb wäre jetzt der Zeitpunkt, um auch hier einen Neustart hinzulegen. Zum einen mehr Ehrlichkeit und zum anderen eine Absicherung der Einzelleistungen, wie auch immer gestaltet.“

Der VUSR kritisiert erneut die Beschwichtigung durch viele Verbände in der Vergangenheit. „Tausende Reisende haben sich durch die öffentlichen Beteuerungen vieler regelrecht auf das Glatteis führen lassen und trotz vieler Warnzeichen bei FTI gebucht. Wenn man gewollt und hingeschaut hätte, wäre das Ausfallrisiko erkennbar gewesen. Die Branche muss sich ehrlich machen und anerkennen, dass man das Risiko für viele Reisende hätte reduzieren können, wenn man die Warnsignale gehört und nicht ignoriert hätte. Das wäre auch die Aufgabe der Interessenverbände gewesen. Viele haben jedoch die Augen vor den Risiken verschlossen und einfach weitergemacht.“ Ein ehrlicherer Umgang der Branche vor der Insolvenz hätte nicht nur tausende Reisende geschützt, sondern möglicherweise FTI eine ehrliche Chance zum Neuanfang gegeben.

Darüber hinaus stellt der VUSR die Frage, warum diese Verbände auch die Absicherung der Provisionen bei Reisebüros nicht unterstützt haben. „Alle sind Gesellschafter im DRSF und haben sich geweigert, Reisebürovertreter als Gesellschafter und/oder als Beiratsmitglieder aufzunehmen“, so Linnhoff abschließend.

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