VUSR: FTI-Insolvenz starkes Argument für Absicherung von Einzelleistungen

VonVerband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V.

VUSR: FTI-Insolvenz starkes Argument für Absicherung von Einzelleistungen


Linnhoff: Nicht-Absicherung zementiert unfairen Wettbewerbsvorteil der Bausteine

Der Bundesverband der Reisebüros VUSR hat angesichts der FTI-Insolvenz seine Forderung nach einer konsequenten Absicherung der Einzelleistungen erneuert. Die Insolvenz des Reiseveranstalters habe den Wert der Pauschalreise als Instrument des Verbraucherschutzes mehr als deutlich gemacht. Durch die Regulierung und die Absicherung hätten Kunden einen hohen Schutz, der allerdings aber auch bezahlt werden müsse. Wieder einmal habe die Pauschalreise dafür gesorgt, dass für viele Endverbraucher zumindest der finanzielle Schaden ausgeglichen werden kann. Die jetzt diskutierte Pauschalreiserichtlinie zementiere aber gleichzeitig mit den Ausweichmöglichkeiten in Einzelleistungen einen unfairen Wettbewerbsvorteil und öffne in Zeiten knapper Budgets bei den Kunden den Weg zur Abwanderung in ein schlecht abgesichertes Produkt.

Verbandschefin Marija Linnhoff sieht massiven Handlungsbedarf: „Für die Menschen, die jetzt von der FTI-Insolvenz betroffen sind, ist die Absicherung ein Segen. Verbrauchersicherheit ist nicht nur ein extrem wichtiges Thema für die Kunden, sie ist auch ein Alleinstellungsmerkmal für unsere qualitativ hochwertigen Reiseveranstalter und die Reisebüros. Damit sich einige in der Branche keinen schlanken Fuß machen können, brauchen wir deshalb oberhalb einer Grenze von 500 Euro pro Einzelleistung eine verpflichtende Absicherung des Reisepreises. Dass die EU-Kommission in der Pauschalreiserichtlinie die Absicherung der Einzelleistungen nicht in Angriff nimmt, ist ein großer Fehler.“

Die zurecht gut abgesicherte Pauschalreise stehe damit in schwierigen Zeiten in einem völlig unfairen Wettbewerb mit einzelnen Bausteinen, die über keine Absicherung verfügen. Das sei im Hinblick auf den Verbraucherschutz schlecht und natürlich auch im Hinblick auf die Existenzfähigkeit der Reisebüros und der Veranstalter, die auf die verbraucherfreundliche Pauschalreise spezialisiert sind.

Linnhoff sieht auch die Veranstalter in der Pflicht, sich für die Absicherung der Einzelleistungen einzusetzen: „Wir sollten die Pauschalreise mit all ihren Vorteilen stärker machen. Die Veranstalter wären gut beraten, da deutlich Flagge zu zeigen, im Interesse der Reisenden, ihrer Produkte und des Vertriebs. Am Ende geht die fehlende Absicherung aber auch zu Lasten der Veranstalter. Viele Reisebüros fragen zurecht, warum sie Einzelleistungen noch über Veranstalter buchen sollten, wenn sie sie -ebenso unabgesichert- im Netz buchen könnten.“

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