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VonVerband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V.

Gekündigte TUI-Kreditkarten: Reisebüroverband fordert Klarheit für Kunden

VUSR kritisiert Kommunikationspolitik von Commerzbank und TUI

 

Die Kündigung von TUI-Kreditkarten durch die Commerzbank schlägt hohe Wellen. Die Bank begründet die offenbar zahlreichen Kündigungen mit angeblichen Pflichtverletzungen durch die Kunden aufgrund fehlender Datenaktualisierungen. Davon wollen viele Betroffene jetzt zum ersten Mal gehört haben. Die Verärgerung bei vielen Kunden ist groß, zumal nicht klar ist, ob etwa Versicherungsleistungen für bereits mit der Karte bezahlte Reisen in der Zukunft noch Bestand haben. Der Reisebüro-Bundesverband VUSR fordert deshalb jetzt lückenlose Aufklärung über Hintergründe und konkrete Auswirkungen auf Kunden und Vertrieb.

 

Verbands-Chefin Marija Linnhoff sieht das Vertrauen der Kunden stark gefährdet: „TUI und Commerzbank haben ihren Kunden mit der Ausgabe der Karte ein Versprechen gegeben, und natürlich auch konkrete Leistungen wie etwa den Schutz bei Reiserücktritt in Aussicht gestellt, alles verbunden auch mit dem Namen des größten deutschen Reiseveranstalters. Mit diesen kurzfristigen Kündigungen und der miserablen Kommunikation hat die Commerzbank deshalb nicht nur das Vertrauen ihrer eigenen Kunden erschüttert, sondern auch der TUI und der Reisebranche insgesamt -in ohnehin schwieriger Zeit- eine zusätzliche Bürde aufgeladen.“

 

Die Bank betreibe eine„völlig vermurkste Kommunikationspolitik von oben herab“ Das Kündigungsschreiben enthielt nach Angaben von Betroffenen nicht einmal eine Begründung. Linnhoff: „Wenn die angeblich fehlende Rückmeldung zur Überprüfung der Kundendaten der Kündigungsgrund ist, warum hat man das nicht in dem Schreiben so kommuniziert? Es gibt offenbar etliche Fälle von Kunden, die die Überprüfung der Personalien im Vorfeld der Kündigung durchgeführt haben, die die neuen AGB bestätigt haben. Auch sie hätten keinerlei Aufklärung erhalten, sondern gleich die Kündigung. Immer mehr Büros mit betroffenen Kunden melden sich beim VUSR. Auch Fragen des Verbraucherschutzes müssen vor diesem Hintergrund sehr intensiv geprüft werden.“

 

Auch die TUI, die laut Aussage der Commerzbank mit den Kündigungen nicht im Zusammenhang stehe, müssen sich Kritik gefallen lassen, so der Reisebüroverband. Es stelle sich die Frage, was in der internen Kommunikation zwischen TUI und der Commerzbank schiefgelaufen sei und warum man es nicht geschafft habe, die Vertriebspartner über die Situation wenigstens zu informieren? Linnhoff: „Die Reisebüros sind hier wieder erste Anlaufstelle für die Kunden, da die TUI selbst keinerlei informationen ausgibt und auch weil viele Büros die TUI-Card aktiv verkauft haben. Wieder landet der Unmut der Kunden und die Mehrarbeit beim Vertrieb.“

 

Die Verbands-Chefin fordert jetzt Klarheit von Commerzbank und TUI: „Bei betroffenen Kunden gibt es zurecht viele ernste Fragen, die es dringend zu klären gilt. Was ist mit der gerade abgebuchten Jahresgebühr? Wird diese erstattet? Was ist mit den Leistungen der TUI-Card wie z.B. beim Reiserücktritt bei bereits gebuchten Reisen? Bleiben diese bestehen? Drohen noch weiter Kündigungen? Wir erwarten Antworten über die dünne Sprachregelung der Commerzbank hinaus, auch im Interesse der TUI und der Reisebranche.“

 

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Russische Anteilseigner: Linnhoff stellt sich vor TUI



„Veranstalter hat sich in Ukraine-Frage ausreichend distanziert“

 

Der Reisebüroverband VUSR hat sich in der Debatte um die Rolle russischer Anteilseigner beim Reisekonzern TUI vor den Veranstalter gestellt. Es habe zu Beginn des Krieges in der Ukraine zurecht Fragen hinsichtlich der Position und des Einflusses von TUI-Großaktionär Mordaschow gegeben, die der Konzern aber zwischenzeitlich ausreichend beantwortet habe. Verbandschefin Linnhoff warnt davor, den Reisekonzern TUI regelrecht in Mithaftung für das aktuelle Handeln Russlands zu nehmen. Da der russische Großaktionär Mordaschow jetzt nicht mehr im Aufsichtsrat vertreten sei, ebenso wie ein weiteres russisches Mitglied des Gremiums, gebe es überhaupt keinen Anlass, das Unternehmen weiter in dieser Hinsicht zu kritisieren.

 

Die Vorsitzende des Reisebüroverbandes VUSR, Marija Linnhoff sagte dazu: „TUI hat sich nach der anfänglichen Kritik deutlich distanziert und auch die beiden in Debatte stehenden russischen Anteilseigner haben entsprechende Konsequenzen gezogen und den Aufsichtsrat des Unternehmens verlassen. Angesichts der Dynamik der Situation und den Besonderheiten des Aktienrechts hat das Unternehmen schnell reagiert. Es gibt deshalb aus unserer Sicht keinen Grund, die TUI als Reiseveranstalter in irgendeinen Zusammenhang oder gar eine Mithaftung zu nehmen, wie wir das immer wieder gehört haben.“ Die TUI sei ihrer Rolle und Verantwortung in dieser Frage gerecht geworden.

 

Es wäre fatal, so Linnhoff weiter, wenn dem Konzern auch im Hinblick auf seine Zukunftsfähigkeit jetzt dauerhaft ein falsches Label angehängt würde. Die Verbandschefin: „Die TUI ist ganz sicher nicht gleich Russland und Russland ist nicht gleich Putin. Die Tourismuswirtschaft wird wahrscheinlich auch wieder unter dieser Krise leiden. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Branche ein klares Signal setzen gegen den Krieg, aber auch gegen Schuldzuweisungen, wo sie nicht angebracht sind.“