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Streikdebatte im Luftverkehr

VUSR e.V. kritisiert einseitige Schuldzuweisungen und warnt vor Eingriffen ins Streikrecht

Streikdebatte im Luftverkehr: VUSR e.V. kritisiert einseitige Schuldzuweisungen und warnt vor Eingriffen ins Streikrecht

Angesichts der aktuellen Streiks im Luftverkehr und der jüngsten Äußerungen von Sören Hartmann (BTW) sowie Jens Bischof (BDL) positioniert sich der VUSR klar gegen eine einseitige Darstellung der Situation und gegen Forderungen nach einer Einschränkung des Streikrechts.

Die jüngsten Stellungnahmen aus Branchenverbänden erwecken zunehmend den Eindruck, als seien Arbeitskämpfe das zentrale Problem des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Gleichzeitig wird – teils offen, teils implizit – eine Anpassung des Streikrechts ins Spiel gebracht. Der VUSR e.V. hält diese Entwicklung für hochproblematisch.

Das Streikrecht ist ein hohes Gut und ein fundamentaler Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft. Es dient als legitimes Mittel, um in festgefahrenen Tarifkonflikten Druck aufzubauen. Streiks entstehen nicht grundlos – sie sind Ausdruck realer Konflikte. Wer dieses Instrument infrage stellt, verkennt die Ursachen und verschiebt die Debatte in eine gefährliche Richtung.

„Wer jetzt reflexartig am Streikrecht rüttelt, macht es sich zu einfach. Die Ursachen der Konflikte liegen tiefer – und die muss man benennen und lösen, statt grundlegende Rechte infrage zu stellen“, betont Marija Linnhoff, erste Vorsitzende des VUSR e.V.

Der VUSR e.V. stellt klar: Auch wenn die Auswirkungen der Streiks für Reisende und Unternehmen erheblich sind, greift es zu kurz, die Verantwortung ausschließlich bei den Gewerkschaften zu suchen. Vielmehr stellt sich die Frage, warum es überhaupt zu dieser Eskalation kommt.

Offensichtlich ist, dass bei der Lufthansa nicht alles so stabil ist, wie es nach außen dargestellt wird. Rückmeldungen aus der Belegschaft – sowohl aus der Kabine als auch aus dem Cockpit – weisen seit Längerem auf strukturelle Spannungen, unterschiedliche Vertragsbedingungen und wachsende Unzufriedenheit hin. Diese Aspekte werden in der öffentlichen Diskussion bislang weitgehend ausgeblendet.

Zugleich fällt auf, dass strukturelle Herausforderungen des Luftverkehrsstandorts – etwa hohe Gebühren, Kostenbelastungen und internationaler Wettbewerbsdruck – nun verstärkt als Argument gegen Arbeitskämpfe genutzt werden. Diese Probleme bestehen jedoch seit Jahren und sind keineswegs neu. Sie dürfen nicht instrumentalisiert werden, um berechtigte tarifliche Auseinandersetzungen zu delegitimieren.

Besonders kritisch sieht der VUSR e.V. die aktuelle Tendenz, einseitig die Lufthansa in den Fokus des Schutzes zu stellen. Der Luftverkehrsmarkt in Deutschland besteht nicht nur aus einem Konzern. Andere Anbieter, wie beispielsweise Condor, leisten einen ebenso wichtigen Beitrag zur Stabilität und Vielfalt der touristischen Infrastruktur und stehen ebenfalls unter erheblichem Wettbewerbsdruck.

„Die deutsche Touristik lebt von Vielfalt und Wettbewerb – nicht von der einseitigen Fokussierung auf einen Konzern. Wer den Standort stärken will, darf andere wichtige Marktteilnehmer wie Condor nicht ausblenden“, so Linnhoff weiter.

Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Verantwortung aller Beteiligten im Tarifkonflikt. Es ist nicht zielführend, ausschließlich die Gewerkschaften zu kritisieren, während die Verhandlungspositionen der Arbeitgeberseite weitgehend unkommentiert bleiben. Eine Lösung kann nur am Verhandlungstisch entstehen – und dazu müssen beide Seiten beitragen.

Der VUSR e. V. fordert daher eine sachliche und ausgewogene Debatte, die die Ursachen der aktuellen Konflikte in den Blick nimmt, anstatt vorschnell an grundlegenden Rechten zu rütteln. Eine Einschränkung des Streikrechts ist weder angemessen noch zielführend.

Fazit:
Die aktuelle Diskussion greift zu kurz. Wer den Luftverkehrsstandort Deutschland stärken will, muss strukturelle Probleme angehen, faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und echte Lösungen in Tarifkonflikten ermöglichen – statt fundamentale Rechte infrage zu stellen.

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Marketingsbonus der Lufthansa: VUSR kritisiert „massive Ungleichbehandlung“

Reisebüroverband fordert gleiche Behandlung für alle betroffenen Reisebüros

Der von der Lufthansa angekündigte „Marketingbonus“ für Reisebüros, die während der letzten Monate von chaosbedingten Umbuchungen der Airline betroffen waren, stößt auf scharfe Kritik beim Bundesverband der Reisebüros VUSR. Die Lufthansa versuche in Separatverhandlungen mit dem DRV eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Reisevertrieb zu etablieren. Verhandlungen habe es nur mit im DRV organisierten Ketten und Veranstaltern gegeben, der große Rest des Reisevertriebs, der nicht beim DRV organisiert sei, falle durch das Raster und gehe leer aus. Der Reisebüroverband fordert jetzt eine neue Verhandlungsrunde und gleiche Kompensation für die nicht im DRV vertretenen Reisebüros. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Vertrieb werde man nicht zulassen.

 

Verbandschefin Marija Linnhoff: „Wir vertreten mit unseren Kooperationen rund 7000 Reisebüros. Mit uns und unseren Mitgliedsunternehmen hat niemand verhandelt, unsere Arbeit ist aber genauso viel wert, wie die Arbeit von DRV-Mitgliedern oder deren Kooperationen. Die Lufthansa versucht mit diesem Vorschlag den Vertrieb zu spalten. Anders ist das nicht zu erklären. Wir fordern gleiche Bedingungen für alle, die in den vergangenen Monaten mit ihrer Hände Arbeit das Chaos unter anderem der Lufthansa ausgebügelt haben. Die vielen Reisebüros, die jetzt durch das Raster zu fallen drohen, haben sich jedenfalls nicht aus dem Staub gemacht, als die Lufthansa im Feuer stand.“

 

Der VUSR fordert deshalb erneut ernsthafte Gespräche der Lufthansa auch mit den Reisebüros, die jetzt leer ausgehen sollen. Linnhoff sieht die Airline in der Pflicht: „Wer auch in Zukunft noch mit dem kompletten Vertrieb vertrauensvoll zusammenarbeiten will, sollte jetzt ein glaubwürdiges Signal setzen. Wir laden Lufthansa und Herrn Siebenrock auch im Namen unserer Kooperationen ein, mit den Nicht-DRV-Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Eine Spaltung des Vertriebs wäre auch für die Airline fatal. Deshalb ist jetzt die Zeit für Gespräche ohne verbandspolitische Scheuklappen. Wir stehen bereit.“

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Streiks: Reisebüros kritisieren Lufthansa-Konzernpolitik

Linnhoff: Spohr und seine Konzernpolitik haben hohen Anteil an derzeitigen Schwierigkeiten im Luftverkehr

Der Bundesverband der Reisebüros VUSR hat im Zusammenhang mit dem aktuellen Streik und weiteren Streikankündigungen bei der Lufthansa davor gewarnt, alleine den Beschäftigten den „schwarzen Peter“ zuzuschieben. Das Management der Lufthansa habe in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass die Gewerkschaften irgendwann die Interessen der Beschäftigten mit einem Arbeitskampf durchsetzen mussten. Lufthansa-CEO Spohr und seine Konzernpolitik hätten es in kurzer Zeit geschafft, Kunden und Personal gegen die Airline und ihr Management aufzubringen und damit auch der Reisebranche einen Bärendienst erwiesen. Der Verband stellte zudem in Frage, ob tatsächlich so viele Flüge hätten gestrichen werden müssen.

 

Verbandschefin Marija Linnhoff sagte dazu: „Diese Streiks, so schrecklich sie für die Reisenden sind, sprechen für einen hohen Leidensdruck der einfachen Mitarbeiter in diesem Konzern. Spohr und sein Management haben es auf die Spitze getrieben und damit auch einen hohen Anteil an der derzeitigen Misere der Luftfahrt. In der Krise mit Staatsgeld gepäppelt ist Spohr wenig anderes eingefallen, als Personal zu entlassen und die Motivation der Verbliebenen mit markigen Sprüchen und immer neuen Kürzungsankündigungen in den Keller zu drücken. Das rächt sich jetzt bitter, vor allem für viele Reisende, die die Leidtragenden dieses jahrelangen Abwärtstrends und der schlechten Stimmung in der Lufthansa sind.“

 

Um weitere Probleme für die gesamte Luftfahrt zu vermeiden, müsse der Konzern umsteuern. Viele nähmen Spohr als Problem für eine Einigung und einen Neuanfang in der Zeit nach Corona wahr. Linnhoff: „Unsere Kunden und wir als Reisebüros wollen Verlässlichkeit, und das in jeder Hinsicht. Mit ständigen Reibereien und Abstrichen bei Qualität und Service in einem systemrelevanten und prägenden Unternehmen der Luftfahrtindustrie wie der Lufthansa ist das schwer möglich. Spohr sollte Verantwortung übernehmen und die Führung der Lufthansa jemandem überlassen, der in der Lage ist, die wichtige Institution Lufthansa im Interesse der Tourismuswirtschaft in ruhige Fahrwasser zu bringen.“

 

Linnhoff forderte erneut eine gemeinsame Taskforce aus Tourismuswirtschaft, Luftfahrt, Reisebüros und der Politik, auch über die aktuelle Krise hinaus, um für künftige Schwierigkeiten besser gerüstet zu sein. Die Angst vieler Reisender vor Chaos an Flughäfen und bei Airlines drohe dauerhaft Auswirkungen auf die Reisebranche zu haben: „Wir müssen innerhalb des Systems alle Hebel in Bewegung setzen, um künftig derartige Probleme zu vermeiden, sonst werden wir mit unseren Kunden riesige Schwierigkeiten bekommen. Wir sollten eine Vertrauenskrise für die Reisebranche unbedingt vermeiden.“