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VonVerband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V.

Streiks: Reisebüros kritisieren Lufthansa-Konzernpolitik

Linnhoff: Spohr und seine Konzernpolitik haben hohen Anteil an derzeitigen Schwierigkeiten im Luftverkehr

Der Bundesverband der Reisebüros VUSR hat im Zusammenhang mit dem aktuellen Streik und weiteren Streikankündigungen bei der Lufthansa davor gewarnt, alleine den Beschäftigten den „schwarzen Peter“ zuzuschieben. Das Management der Lufthansa habe in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass die Gewerkschaften irgendwann die Interessen der Beschäftigten mit einem Arbeitskampf durchsetzen mussten. Lufthansa-CEO Spohr und seine Konzernpolitik hätten es in kurzer Zeit geschafft, Kunden und Personal gegen die Airline und ihr Management aufzubringen und damit auch der Reisebranche einen Bärendienst erwiesen. Der Verband stellte zudem in Frage, ob tatsächlich so viele Flüge hätten gestrichen werden müssen.

 

Verbandschefin Marija Linnhoff sagte dazu: „Diese Streiks, so schrecklich sie für die Reisenden sind, sprechen für einen hohen Leidensdruck der einfachen Mitarbeiter in diesem Konzern. Spohr und sein Management haben es auf die Spitze getrieben und damit auch einen hohen Anteil an der derzeitigen Misere der Luftfahrt. In der Krise mit Staatsgeld gepäppelt ist Spohr wenig anderes eingefallen, als Personal zu entlassen und die Motivation der Verbliebenen mit markigen Sprüchen und immer neuen Kürzungsankündigungen in den Keller zu drücken. Das rächt sich jetzt bitter, vor allem für viele Reisende, die die Leidtragenden dieses jahrelangen Abwärtstrends und der schlechten Stimmung in der Lufthansa sind.“

 

Um weitere Probleme für die gesamte Luftfahrt zu vermeiden, müsse der Konzern umsteuern. Viele nähmen Spohr als Problem für eine Einigung und einen Neuanfang in der Zeit nach Corona wahr. Linnhoff: „Unsere Kunden und wir als Reisebüros wollen Verlässlichkeit, und das in jeder Hinsicht. Mit ständigen Reibereien und Abstrichen bei Qualität und Service in einem systemrelevanten und prägenden Unternehmen der Luftfahrtindustrie wie der Lufthansa ist das schwer möglich. Spohr sollte Verantwortung übernehmen und die Führung der Lufthansa jemandem überlassen, der in der Lage ist, die wichtige Institution Lufthansa im Interesse der Tourismuswirtschaft in ruhige Fahrwasser zu bringen.“

 

Linnhoff forderte erneut eine gemeinsame Taskforce aus Tourismuswirtschaft, Luftfahrt, Reisebüros und der Politik, auch über die aktuelle Krise hinaus, um für künftige Schwierigkeiten besser gerüstet zu sein. Die Angst vieler Reisender vor Chaos an Flughäfen und bei Airlines drohe dauerhaft Auswirkungen auf die Reisebranche zu haben: „Wir müssen innerhalb des Systems alle Hebel in Bewegung setzen, um künftig derartige Probleme zu vermeiden, sonst werden wir mit unseren Kunden riesige Schwierigkeiten bekommen. Wir sollten eine Vertrauenskrise für die Reisebranche unbedingt vermeiden.“